Karlheinz Paskuda

Newsletter 14.09.21 zur MIETENDEMO in Berlin

Hallo,

ausnahmsweise schnell mein nächster Newsletter...

Mit einer Gruppe waren wir aus Mannheim mit einem DB-Gruppen-Ticket, organisiert und gefördert vom Mieterverein Mannheim, zur großen Mietendemo nach Berlin gefahren. Das war sicher für uns alle spannend und lohnte.

Ich schicke Euch ein Video von meinem Redebeitrag auf der Auftaktkundgebung:

https://www.youtube.com/watch?v=1fsbAn7uOSM

Die Mietendemo war sehr erfolgreich und zeigte hoffentlich auch eine Wirkung, wünschenswert vor allem für die zukünftigen Regierungsparteien. Hier zwei der vielen Zeitungsartikeln nach der Demo, deren Lektüre ich Euch empfehle:

https://www.jungewelt.de/artikel/410240.soziale-frage-tausende-mieter-auf-der-stra%C3%9Fe.html
und
https://www.morgenpost.de/berlin/article233285077/demo-mieten-berlin-sperrungen.html?service=amp&utm_term=Autofeed&utm_medium=Social&utm_source=Twitter&__twitter_impression=true&fbclid=IwAR3d__YtPILPuUR3KHta84fIOMdtcr5Hkm08Qyjvcza85MnBH3dFLWEb-fw

Im Redebeitrag in Berlin habe ich auch die Situation in Mannheim angesprochen: dass hier lt. Hans-Böckler-Stiftung in dieser Stadt 21.000 preiswerte Wohnungen fehlen. Es erzürnt mich in der Tat, dass die Stadtverwaltung noch vor wenigen Jahren behauptete, wir hätten hier im unteren und mittleren Segment einen "ausgeglichenen Wohnungsmarkt". Es erzürnt mich auch, dass der GBG-Aufsichtsrat klammheimlich 2020 erneut den Beschluss gefasst hat, dass im Adolf-Damaschke-Ring in Feudenheim drei Blocks mit 120 preiswerten Wohnungen abgerissen werden und dort nur teilweise neuer preiswerter Wohnraum, hauptsächlich aber teurer Wohnraum entsteht. Und es erzürnt, dass die kommunale Wohnungsbau-Gesellschaft GBG ihren Bestand von zur Zeit 19.200 auf 20.000 Wohnungen ausbauen will, aber der Zuwachs hauptsächlich in hochwertigem Wohnraum bestehen wird. Und dass sie für diesen Wohnraum 13,50 Euro Kaltmiete nimmt und sich damit zum Preistreiber am Wohnungsmarkt mitentwickelt.
Die in Mannheim übliche Abriss- und Neubaupolitik, geschuldet sicher auch der Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Diringer & Scheidel, ist auch klimapolitisch eine Katastrophe. Graue Energie ist als Argument in Mannheim noch nicht angekommen (damit ist z.B. der hohe CO2-Ausstoss der Zement-Industrie gemeint).

Das führt mich dazu, Euch zu bitten, z.B. am Klimastreik am Freitag, den 24.09., 17 Uhr, am Alten Messplatz, teilzunehmen. Letztlich ist eine effiziente Klimapolitik noch wichtiger als alles andere, vor allem für die junge Generation. Sonst könnten sich andere Politikfelder, auch die Wohnungspolitik, erledigen, wenn die drohende Klimakrise ihren Lauf nimmt.
In Berlin im Klimacamp sind - bisher relativ unbeachtet - junge Menschen bereits seit dem 30.08. im Hungerstreik. Sie sind fest davon überzeugt, dass es hier um die Existenz ihrer Generation geht. Und damit haben sie sicher Recht.

Klimaktivist*innen: Verrat an der jungen Generation.

https://www.zdf.de/nachrichten/politik/hungerstreik-klima-aktivisten-berlin-100.html
 
Beste Grüße

Karlheinz Paskuda