Karlheinz Paskuda

letzte Mail an alle aus Mannheim: Mietendemo-Auswertung

Liebe Freund*innen, liebe Kolleg*innen,
liebe wohnungspolitisch Interessierte,

es ist wohl meine letzte Mail aus Mannheim für Euch. Persönlichen Freund*innen werde ich sicher auch aus Göttingen weiter schreiben; jene, deren Interesse meiner Vermutung nach hauptsächlich in der Mannheimer Kommunalpolitik liegt, würden es sicher nicht so prickelnd finden, wenn ich sie demnächst über Göttinger Kommunalpolitik - und dort vor allem Wohnungspolitik - informieren würde. Das lasse ich dann lieber...

Zum Abschluss für mich gab es hier noch eine Klasse-Aktion in Form der MIETENDEMO am 30. Oktober. Das gibt ganz viel Hoffnung, dass sich in Mannheim wohnungspolitisch immer mehr bewegt und der Stillstand, verbunden mit ein paar Massnahmen, aber mit dem Fehlen von 21.000 preiswerten Wohnungen, nicht länger hingenommen wird.
Die Studie der Hans-Böckler-Stiftung, die jene Zahl fehlender Wohnungen belegt, füge ich Euch in den Anlagen bei. Mannheim findet Ihr dort auf den Seiten 1508 bis 1537, jene 21.000 auf der Seite 1537...

Über die Mietendemo ist dieses Mal breit berichtet worden. So am 2.11. im Mannheimer Morgen. Leider hinter der Bezahlschranke. Ich füge hier den Artikel dennoch ein (zwei Artikel monatlich könnt Ihr Euch gratis herunterladen, wenn Ihr Euch beim MM  registrieren lasst). Hier zunächst ein Ausschnitt aus dem Artikel:

"Karl Heinz Paskuda (Mieterverein) stellte fest: „In Mannheim fehlen 21 000 preiswerte Wohnungen.“ Menschen mit geringem bis mittlerem Einkommen würden aus dem Jungbusch und der Neckarstadt verdrängt. Ein „örtlicher kleiner Immobilienhai“ habe in diesen Stadtteilen in wenigen Jahren circa 70 Häuser aufgekauft, renoviert und fordere nun 12 bis 15 Euro Kaltmiete. „Was bundesweit nur Kopfschütteln hervorruft, ist die Tatsache, dass er diese Aufkäufe in institutioneller Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung erledigt.“

Außerdem habe die städtische Wohnungsbaugesellschaft GBG in den letzten Jahren 800 preiswerte Wohnungen vernichtet und plane jetzt, weiteren preiswerten Wohnraum am Adolf-Damaschke-Ring abzureißen. „Ihr müsst kämpfen und ganz viel Druck machen!“ forderte er die Demonstranten auf."

Und hier der Link zum gesamten Artikel:https://www.mannheimer-morgen.de/orte/mannheim_artikel,-mannheim-200-mannheimer-demonstieren-gegen-hohe-mieten-und-verdraenung-in-der-neckarstadt-_arid,1872996.html

Der SWR berichtete sehr schnell, u.a. mit diesem Video (findet Ihr auf dieser Seite): https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/mannheim/demo-gegen-hohe-mieten-100.html?fbclid=IwAR2AgxfILJiR7HGabeGk3Gs3EvJoRBO2XkXpydJGpQ0lLoZulwkxQlTCg-Y
 

Der neckarstadtblog brachte sehr schnell meinen Redebeitrag, danach noch mal einen großen Bericht mit allen Redebeiträgen. Danke an die gute Arbeit von Manuel Schülke:
https://www.youtube.com/watch?v=Vgahl8WxhjQ
und der Artikel dann:
https://www.neckarstadtblog.de/2021/11/06/mehrere-hundert-demonstrieren-gegen-hohe-mieten-in-der-neckarstadt/?fbclid=IwAR0IWxjmfhL3LZMY7m8o7iAh0RXxdVOKiITft1s4VKgFetLl7vutdG1oHd4

Auch das Rhein-Neckar-Fernsehen berichtete mit einigen Tagen Verspätung, aber mit einem guten Interview und mit Antworten der Stadtverwaltung:
https://www.rnf.de/mediathek/video/mietdemo-in-mannheim/?fbclid=IwAR1rNrDk-e9ctxtEjubdg5uTR5Su_AIjF-a3M-oTH1SQCIPxbyAoiJg9748

Einen weiteren Bericht veröffentlichte das Kommunal-Info.

Die Initiator*innen der Demo, das OST (Offene Stadtteil-Treffen Neckarstadt) können somit mit der Resonanz ihrer Arbeit sehr zufrieden sein. Ich wünsche mir, dass ich vom OST auch aus der Distanz in Göttingen noch viele gute Aktionen höre/lese/sehe.

Kurz noch ein anderes Thema: Ich würde mir wünschen, dass angesichts der katastrophalen Corona-Lage Initiativen wie ZeroCovid mit ihrer Forderung nach einer weltweiten Freigabe der Patente der Covid-Impfstoffe an Bedeutung gewinnen und bundesweit diese Freigabe-Forderung verstärkt wird. Gestern musste ich lesen, dass bundesweit gerade mal 1 % der Bundesbürger*innen die LINKE für kompetent in der Coronafrage hält. Dabei wäre gerade die Freigabe-Forderung eine wichtige Aufgabe der internationalen Solidarität. Hier muss die LINKE viel aktiver werden.Und das sogar auch eigennützig: Wir werden die Pandemie nur in den Griff bekommen, wenn weltweit die Menschen geschützt werden können. Aber gerade Deutschland verhindert solidarische Lösungen. Die Pharma-Industrie wird ihre Milliarden nicht fresssen können. Ein Thema, an dem wir gemeinsam in Mannheim und Göttingen und überall arbeiten können.


Beste Grüße

Karlheinz Paskuda,